Aus jener zeitlosen Leere,
Als niemand, nichts,
Durch Befehl oder Wille,
Oder aus dem verborgenen Funken der Ewigkeit,
Die Welt ins Sein rief,
Aus dem Nichts ins Dasein,
Oder aus dem ewigen Sein
In die endlose Unendlichkeit riss.
Viele kamen,
Viele gingen,
Sie füllten Paläste mit Gold,
Und Kerkermauern mit Leid.
Sie belohnten jeden Gehorsam,
Und ketteten jede Melodie.
Sie brannten Zeichen der Folter in die Haut,
Zerschlugen Schultern unter Peitschenhieben,
Bis schließlich
Namen mit Schande
Im Staub des Vergessens versanken.
Von der ersten Morgendämmerung
Bis in dieses endlose Jetzt,
Was blieb,
War die Hand, die Farhads Stirn mit der Axt schlug,
Das Schicksal, das den wahnsinnigen Scheich San’an,
Den Prediger der Tugend,
In die verbotene Einsamkeit der Liebe zog.
Was blieb,
War Leili, versunken in Staub,
Und Rabia, ertrunken in Blut.
Es war der Atem eben jenes Feuers,
Das aus den Lippen des Geheimniswahrers stieg,
Den Ozean der Verse entzündete.
Es klagte durch die Flöte Rumis,
Erhob sich aus Khayyams stummer Schale,
Und tobte mit einem Aufschrei gegen den Himmel.
Ein bitterer Geschmack alten Weins,
Der seit Anbeginn
In den Adern des Seins brodelte,
Der der Welt Farbe verlieh,
Und mit dem Blut der Liebenden
Einen Schrei der Leidenschaft
Gegen das Heer der Trauer schleuderte.
Kein Befehl war ergangen,
Keine Sage wurde von Mund zu Mund getragen,
Nur eine flüchtige Offenbarung,
Und so geschah es—
Die Liebe erschien,
Und setzte die ganze Welt in Flammen.
Arsalan – Teheran
18. Esfand 1403