Friday, 3 July 2026

Das Lied des Mädchens aus der Ferne

 






Du sagtest:

Es wird zu spät.

Die Uhr

hielt inne

und wartete.

Die Zeit

biss sich

auf die Lippen.

Der Wind

schlief ein.

Kein Blatt

wagte zu beben.

Die Welle

vergaß ihr Brausen,

und der Fluss

erstarrte

im Schweigen.

Ein Vogel

saß

auf der Schulter

eines Daches

und blickte

hinauf

in den Himmel.

Du sagtest:

Beeil dich.

Die Zeiger

drehten sich

wie besessen.

Die Zeit

sprang

aus ihrer Spur.

Der Herzschlag

der Blätter

vermischte sich

mit dem Donner

des Flusses.

Der Vogel

schlug

die Flügel auf

und verschwand

im Aufruhr

des Windes.

Der Sturm

erhob sich.

Du sagtest:

Wir werden nie ankommen.

Der Staub

der Trauer

legte sich

auf das Zifferblatt.

Die Zeit,

atemlos,

stöhnte.

Der Fluss

seufzte.

Eine zornige Welle

warf sich

gegen das Ufer.

Kein Vogel

war geblieben.

Der Sturm

hatte

sein Unheil

vollbracht.

Ich sagte:

Gewiss,

irgendwo

muss es

etwas geben,

eine Antwort,

die darauf wartet,

gefunden zu werden.

Die alte,

scheltende Uhr

schlug zwölf.

Der Horizont

blühte

in den Farben

des Tages.

Ein Hauch

kam

von der Stirn

des Gebirges

und glitt

in die regennasse Seele

des Waldes.

Der Fluss,

als träume er,

ergoss sich

in den Schoß

der Ebene.

Eine Quelle

brach

vor Freude

hervor.

Das tiefste Blau

des Himmels

strömte

über das Meer.

Der Vogel,

müde

von der Wanderung,

kehrte zurück

und sagte

etwas—

ein Lied,

vielleicht,

oder nur

ein Flüstern,

das einst

im Gesang

eines Zigeunermädchens

zu hören war.

Oder vielleicht

hatte es

lange zuvor

in deinem Traum

gelebt.



Arsalan
Wiesbaden
10. Juni 2026

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